Frauenmantel - Alchemilla vulgaris
umhüllend • entkrampfend • progesteronlike
Frauenmantel - das Kraut der Alchemisten
Der Frauenmantel ist eine Pflanze, die nahezu überall gedeiht und mit ihrer schlichten Erscheinung oft übersehen wird. Auf den ersten Blick wirkt sie unscheinbar – umso überraschender ist es, dass sie zur Familie der Rosengewächse zählt.
Doch schaut man sich diese Pflanze näher an, vor allem am Morgen, dann findet man einen großen Tautropfen in ihrer Mitte. Bei diesem handelt es sich um ‘Guttationswasser’, welches von der Pflanze selbst ausgeschieden wird.
Bei den Alchemisten waren diese ‘Tautropfen’ hochbegehrt und wurden für die alchemistischen Essenzen gesammelt. Nicht umsonst ist der lateinische Name Alchemilla.
Schaut man sich mit einer Lupe die Spitzen dieser wunderbaren Pflanze an, sieht man, dass diese rot sind. Nach der Signaturenlehre wird dies so gedeutet, dass es gut für die Brustwarzen der Frauen sein könnte. Und tatsächlich kann der Frauenmantel förderlich sein für die Bildung von Milch in der Schwangerschaft.
An dieser Stelle kurz zur Signaturenlehre. Diese wurde von Paracelsus, einem Arzt, der im 16. Jahrhundert die Alchemie unter dem Begriff Spagyrik im europäischen Raum salonfähig machte, als Begriff geprägt.
Er beobachtete und betrachtete die Pflanzen bis ins letzte Detail und bemerkte, dass das Aussehen (die Farben, die Blätter, die Blüten,…), der Ort und in welcher Gesellschaft anderer Pflanzen diese wächst, offenbart, was ihre Heilweisen sind. Vereinfacht gesagt, wenn du dir eine Pflanze ganz genau und mit viel Zeit und Ruhe anschaust, dann weißt du, wofür diese für dich gut sein könnte.
Tipp zum Kennenlernen von Pflanzen: Nimm dir Zeit und male eine Pflanze mit jedem Detail ab und du wirst die Feinheiten entdecken.
Zurück zum Frauenmantel: Dieser wird in der Naturheilkunde als Tee, Tinktur oder Salbe angewendet. Als Tee und Tinktur vor allem bei Frauenbeschwerden jeglicher Art, angefangen über Zyklusbeschwerden, Kinderwunsch, Wechseljahre bis hin zur Milchbildung beim Stillen. Der Frauenmantel kann sich positiv auf den Progesteronhaushalt auswirken. Wenn dieses Hormon im Mangel ist, dann gehört zu den Symptomen das Gefühl von Dünnhäutigkeit, mangelndem Selbstwertgefühl und man ist nah am Wasser gebaut, also PMS vom Feinsten. Von seiner Signatur zeigt uns der Frauenmantel dies sein umhüllendes Blatt, welches das Wasser des Leben aus sich selbst herausgebiert und so eine schöne Pflanze für uns Frauen sein kann, vor allem für die weibliche Seite in uns.
Da der Frauenmantel viele Gerbstoffe enthält, ist dieser auch für Hautleiden in Form einer Salbe geeignet. Vor allem dann, wenn du das Gefühl hast, dir fehlt umhüllende mütterliche Geborgenheit.
Literaturtipp: Alchemilla von Margret Madejesky, wenn du mehr zu diesem Rosengewächs erfahren möchtest.
Rechtlicher HinweisDie Inhalte dieses Artikels dienen ausschließlich der Information und ersetzen keine medizinische Diagnose oder Behandlung. Sie stellen keine individuelle Therapieempfehlung dar. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Heilpraktiker.
