Vitamin B1 für deine Nerven

Vitamin B1 – das unterschätzte Nervenvitamin

Dass B-Vitamine wichtig für unser Nervensystem sind, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Besonders Vitamin B12 steht dabei häufig im Mittelpunkt. Ein anderes Vitamin wird dagegen oft unterschätzt: Vitamin B1, auch bekannt als Thiamin.

Zwar ist es in den meisten B-Komplex-Präparaten enthalten, doch gerade für Menschen mit einem sensetiven Nervensystem spielt es eine besonders wichtige Rolle. Vielleicht kommt dir auch der Satz „Du mit deinem dünnen Nervenkostüm“ bekannt vor. Ich habe ihn jedenfalls schon als Kind öfter zu hören bekommen. Damals konnte ich damit wenig anfangen – außer dass ich offenbar irgendwie anders zu sein schien.

Heute, viele Jahre später und durch meine Arbeit im therapeutischen Bereich, betrachte ich das mit ganz anderen Augen.

Vor einiger Zeit habe ich eine genetische Analyse durchführen lassen. Dabei zeigte sich, dass mein Körper Vitamin B1 deutlich schlechter verstoffwechselt als der Durchschnitt. Das bedeutet: Mein Bedarf kann – besonders in stressreichen Phasen – deutlich höher sein.

Diese Erkenntnis finde ich sehr spannend, vor allem im Hinblick auf Menschen, deren Nervensystem besonders empfindsam auf Stress reagiert.

Stress, Infekte und der erhöhte Bedarf

Vitamin B1 ist maßgeblich am Energiestoffwechsel beteiligt und unterstützt die Funktion des Nervensystems. In Zeiten von Stress, Infekten, hoher mentaler Belastung oder Schlafmangel steigt der Bedarf deutlich. Auch bei chronischen Stressoren wie Entwicklungstraumata berichten viele Menschen, dass sie sich schneller gereizt, überfordert oder nervlich erschöpft fühlen. Die sprichwörtlichen „blank liegenden Nerven“ haben also ziemlich sicher eine biochemische Komponente.

Was passiert bei einem starken Mangel?

Ein ausgeprägter Mangel kann sogar zu der Erkrankung Beriberi führen.

Diese Krankheit trat früher häufiger auf – zum Beispiel bei Seefahrern, deren Ernährung über lange Zeit sehr einseitig war und kaum vitaminreiche Lebensmittel enthielt.

Heute ist ein so starker Mangel selten. Leichtere Unterversorgungen können jedoch durchaus vorkommen – besonders bei:

  • chronischem Stress

  • hoher Belastung

  • einseitiger Ernährung

  • bestimmten Stoffwechselbesonderheiten

Wofür Vitamin B1 im Körper wichtig ist

Vitamin B1 übernimmt im Körper mehrere zentrale Funktionen:

Unterstützung des Nervensystems
Es ist entscheidend für die Reizweiterleitung zwischen den Nervenzellen.

Energieproduktion
Vitamin B1 hilft dabei, Kohlenhydrate aus der Nahrung in Energie umzuwandeln – also den „Treibstoff“, den unser Körper täglich benötigt.

Herz- und Muskelfunktion
Auch Herzmuskel und Muskulatur sind auf eine ausreichende Versorgung angewiesen.

Gerade das Nervensystem reagiert besonders sensibel auf eine Unterversorgung.

Gute natürliche Vitamin-B1-Quellen

Vitamin B1 findet sich vor allem in:

  • Vollkornprodukten

  • Hülsenfrüchten

  • Haferflocken

  • Nüssen und Samen (z. B. Sonnenblumenkerne)

  • Schweinefleisch

  • Naturreis

Eine ausgewogene Ernährung ist also eine wichtige Grundlage, aber meistens nicht ausreichend, wenn es eine genetische Disposition zu einem Mehrbedarf an B1 gibt und in stressigen Zeiten.

Warum Blutwerte oft wenig aussagen

Ein Punkt, der in der Praxis oft unterschätzt wird: Vitamin B1 lässt sich im Blut nur begrenzt beurteilen. Das liegt daran, dass es vor allem innerhalb der Zellen wirkt. Eine wirklich genaue Einschätzung wäre daher nur auf zellulärer Ebene möglich.

In meiner Praxis schaue ich deshalb immer das große Ganze an – also die Symptome, den Lebensstil, die Belastungsfaktoren und die individuellen Stoffwechselbesonderheiten jedes Einzelnen. So kann ich ein deutlich realistischeres Bild bekommen, als es ein einfacher Blutwert je liefern könnte.

Mein Fazit

Gerade wer ein sensibles Nervenkostüm hat, unter viel Stress steht oder öfter mal Infekte mitmacht, sollte Vitamin B1 besonders im Blick behalten. Wenn die Nerven mal wieder blank liegen, lohnt es sich auf jeden Fall, auch einen möglichen B1-Mangel mit einzubeziehen.

Rechtlicher Hinweis

Die Inhalte dieses Artikels dienen ausschließlich der Information und ersetzen keine medizinische Diagnose oder Behandlung. Sie stellen keine individuelle Therapieempfehlung dar. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Heilpraktiker.

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Rosmarin (Rosmarinus officinalis)